Nach dem Ersten Weltkrieg wird der Gewerkschafter Fritz Voigt von der schlesischen SPD für die Nationalversammlung aufgestellt und übernimmt für ein Jahr das Amt des Polizeipräsidenten in Breslau. Während des Kapp-Putsches weigert er sich, die Breslauer Arbeiter gegen die nationalistischen Aufständischen bewaffnen zu lassen, weil er ein Blutbad befürchtet. Nach seinem Rücktritt als Polizeipräsident widmet Voigt sich vor allem dem Aufbau gemeinnütziger Bau-Organisationen. Er ist verheiratet mit Magda Kruse, mit der er einen Sohn hat. 1933 wird er in den KZ Breslau-Dürrgoy, Esterwegen und Lichtenburg gefangen gehalten und kommt erst 1934 wieder frei. In den Kriegsjahren nimmt er Verbindung zu Jakob Kaiser und Wilhelm Leuschner in Berlin auf. Voigt arbeitet in Breslau mit Franz Leuninger und Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg zusammen. Er ist von den Verschwörern als politischer Beauftragter für Niederschlesien vorgesehen. Nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 wird er verhaftet, vom Volksgerichtshof am 26. Februar 1945 zum Tode verurteilt und in Berlin-Plötzensee ermordet.