Biografien

Otto Müller
Otto Müller 

Otto Müller

(09. Dezember 1870 - 12. Oktober 1944)

Otto Müller wird 1894 zum Priester geweiht und setzt sich für eine christliche Arbeiterbewegung ein. 1918 wird er Präsident des Westdeutschen Verbandes der Katholischen Arbeiterbewegung und gehört zwischen 1919 und 1933 als Abgeordneter des Zentrums den Stadträten von Mönchengladbach und Köln an. Müller ist zunächst davon überzeugt, das Reichskonkordat biete eine sichere Grundlage für die Tätigkeit seiner Kirche, wendet sich jedoch bald gegen die Eingabenpolitik der Bischöfe und verlangt eine deutliche Stellungnahme der katholischen Kirche gegen die Rechtsverletzungen des nationalsozialistischen Staates. Schon vor Beginn des Zweiten Weltkriegs hat Müller Kontakt zu den Kreisen der militärischen Opposition und stellt später das Ketteler-Haus in Köln für Gespräche einzelnen Regimegegnern zur Verfügung. Zusammen mit Jakob Kaiser, Nikolaus Groß und Bernhard Letterhaus beteiligt er sich an den Plänen für eine Neuordnung Deutschlands. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 verhaftet die Gestapo die Kölner Verschwörer. Otto Müller wird im Staatskrankenhaus der Polizei schwer erkrankt festgehalten und stirbt dort.

Literatur

  • Hans-Adolf Jacobsen (Hrsg.): "Spiegelbild einer Verschwörung". Die Opposition gegen Hitler und der Staatsstreich vom 20. Juli 1944 in der SD-Berichterstattung. Geheime Dokumente aus dem ehemaligen Reichssicherheitshauptamt. 2 Bde. Stuttgart 1984
  • Jürgen Aretz: Otto Müller (1870-1944). In: J. Aretz/ R. Morsey/A. Rauscher: Zeitgeschichte in Lebensbildern. Aus dem deutschen Katholizismus des 19. und 20. Jahrhunderts. Bd.3, S. 191-203. Mainz 1979