Biografien

Erich Mühsam
Erich Mühsam 

Erich Mühsam

(06. April 1878 - 10. Juli 1934)

Als radikaler Kritiker der bürgerlichen Gesellschaft bekennt sich Erich Mühsam früh gegen jeden staatlichen Zwang und zum politischen Anarchismus. Er setzt sich in der Novemberrevolution 1918 für die Rätedemokratie ein, wird 1919 als „literarischer Hochverräter“ der Münchener Räterepublik zu fünfzehn Jahren Festungshaft verurteilt und erst 1924 begnadigt. Seit Herbst 1926 publiziert er die anarchistische Monatsschrift „Fanal“ und fordert die „soziale Revolution“. Unmittelbar nach dem Reichstagsbrand wird Mühsam verhaftet und schwer misshandelt. Er gilt als „Novemberverbrecher“ und damit als besonders verhasster Marxist. Aus dem Berliner Gefängnis in der Lehrter Straße wird Erich Mühsam in das Konzentrationslager Sonnenburg, von dort in das Gefängnis Berlin-Plötzensee, schließlich in das Konzentrationslager Brandenburg verlegt. Anfang Oktober 1933 kommt er in das KZ Oranienburg, wo man ihn ebenfalls schwer misshandelt. In der Nacht zum 10. Juli 1934 wir Erich Mühsam von einem SS-Kommando ermordet.

Literatur

  • Augustin Souchy: Erich Mühsam. Sein Leben, sein Werk, sein Martyrium. Ritter der Freiheit, ermordet im Dritten Reich am 9./10. Juli 1934. Reutlingen 1984
  • Frank Th. Gaulin/Rolf Kauffeldt/Chris Hirte/Dieter Schiller: Erich Mühsam – Revolutionär und Schriftsteller. Erich-Mühsam-Gesellschaft e.V, o.J.
  • Wolfgang Haug: Erich Mühsam. Schriftsteller der Revolution. Grafenau 1998