Der 1899 zum Priester geweihte Bernhard Lichtenberg ist mehr als vierzig Jahre in der Berliner Seelsorge tätig und wirkt zuletzt als Domprobst an der Bischofskirche St. Hedwig in Berlin. In den Weimarer Jahren ist er Stadtverordneter für die katholische Zentrumspartei in Berlin-Wedding und gehört dem Friedensbund Deutscher Katholiken sowie der Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden an. 1933 durchsuchen die Nationalsozialisten erstmals seine Wohnung. Als mutiger, konsequenter Gegner des NS-Regimes wird Lichtenberg seit 1935 zu einem Vertrauten des neuen Berliner Bischofs Konrad Graf von Preysing. Die Gestapo überwacht Lichtenbergs mutiges Eintreten für Häftlinge und Juden, verhaftet ihn aber erst 1941, als er in einem Brief an den Reichsärzteführer Conti entschlossen gegen die Krankenmorde protestiert. Aufgrund einer Denunziation wird er am 23. Oktober 1941 verhaftet, am 22. Mai 1942 vom Sondergericht I beim Landgericht Berlin verurteilt und nach der Verbüßung seiner zweijährigen Haftstrafe in Berlin-Tegel und im Durchgangslager Wuhlheide in das KZ Dachau eingewiesen. Der schwerkranke Priester stirbt 1943 auf dem Transport in das Lager in Hof/Saale.