Biografien

Hildegard Jacoby
Hildegard Jacoby 

Hildegard Jacoby

(21.12.1893 - 02.06.1944)

Die Arzttochter Hildegard Jacoby besucht das Lyzeum und die höhere Handelsschule, bevor sie als Wohlfahrtspflegerin im Staatsdienst tätig wird. Nach 1933 verliert sie ihre Stellung, weil sie im nationalsozialistischen Staat als "Halbjüdin" gilt. Danach arbeitet Jacoby bis 1939 bei einem Rechtsanwalt und anschließend in einem Pfarrbüro. Seit 1940 ist sie in der Geschäftsstelle des Bruderrats der Bekennenden Kirche von Berlin-Brandenburg beschäftigt. Selbst ständiger Verfolgung durch die Gestapo ausgesetzt, gehört sie zum Kreis um Franz Kaufmann, der die Arbeit des Büros von Pfarrer Heinrich Grüber unterstützt. Hildegard Jacoby beschafft rassisch Verfolgten Lebensmittelkarten, gefälschte Ausweise und Verstecke. Im August 1943 wird sie gemeinsam mit fast 50 weiteren Personen festgenommen und am 11. Januar 1944 vom Sondergericht Berlin zu eineinhalb Jahren Gefängnishaft verurteilt. Wegen einer schweren Erkrankung am 2. Juni 1944 vorzeitig aus der Haft entlassen, stirbt sie noch am selben Tag.

Literatur

  • Bernhard Heinrich Forck (Hrsg.): Und folgt ihrem Glauben nach. Gedenkbuch für die Blutzeugen der Bekennenden Kirche, im Auftrag des Bruderrates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Stuttgart 1949, S. 95 ff
  • Björn Mensing/Heinrich Rathke: Mitmenschlichkeit, Zivilcourage, Gottvertrauen. Evangelische Opfer von Nationalsozialismus und Stalinismus. Leipzig 2003, S. 105-106
  • Gerhard Schäberle-Koenigs: Und sie waren täglich einmütig beieinander. Der Weg der Bekennenden Gemeinde Berlin/Dahlem 1937-1943 mit Helmut Gollwitzer. Gütersloh 1998