Biografien

Georg Elser
Georg Elser 

Georg Elser

(04.01.1903 - 09.04.1945)

Johann Georg Elser wächst in einer Württemberger Arbeiterfamilie auf. Er beginnt 1917 eine Ausbildung zum Eisendreher, die er zwei Jahre später abbrechen muss, und wird Bau- und Möbelschreiner. Seit 1925 arbeitet er in einer Konstanzer Uhrenfabrik, seit 1930 in einem ähnlichen Betrieb in Meersburg. 1932 kehrt er nach Königsbronn zurück und richtet sich eine kleine Schreinerwerkstatt ein. Seit 1935 findet er als Gelegenheitsarbeiter sein Auskommen und arbeitet ab Dezember 1936 in einer Armaturenfabrik in Heidenheim/Württemberg. Er steht vorübergehend dem Roten Frontkämpferbund nahe, wird aber bald zum Einzelgänger, weil er entschiedenen Widerstand gegen Hitlers Regierungsübernahme fordert. Nach dem Münchener Abkommen vom Herbst 1938 entscheidet sich Elser, gewaltsam Widerstand gegen das NS-Regime zu leisten und auf diese Weise den Ausbruch eines als sicher erwarteten Weltkriegs zu verhindern. Er versteckt eine Bombe im Münchener Bürgerbräukeller, wo Hitler regelmäßig zum Jahrestag seines Umsturzversuchs vom 9. November 1923 vor "alten Kämpfern" der NSDAP spricht. Nur durch einen Zufall verlässt Hitler am Abend des 8. November 1939 vor der Explosion die Versammlungsstätte. Die Detonation zerstört die Galerie des Saales fast völlig und hätte Hitler wahrscheinlich getötet. Bei dem Anschlag kommen eine Kellnerin und sechs Zuhörer ums Leben, ein weiterer stirbt wenige Tage später. Elser, der München bereits verlassen hat, wird eine Stunde vor der Explosion am Konstanzer Grenzübergang zur Schweiz festgehalten und wegen seines verdächtigen Tascheninhalts der Gestapo übergeben. Er wird Mitte November 1939 nach Berlin gebracht und später in die Konzentrationslager Sachsenhausen und Dachau verlegt. Ein geplanter Schauprozess, in dem nicht vorhandene Verbindungen Elsers mit dem britischen Geheimdienst konstruiert werden sollen, wird nicht durchgeführt. Kurz vor Kriegsende wird Georg Elser auf Weisung von "höchster Stelle" am 9. April 1945 im KZ Dachau erschossen.

 

Literatur

  • Lothar Gruchmann (Hrsg.): Johann Georg Elser. Autobiographie eines Attentäters. Der Anschlag auf Hitler im Bürgerbräu 1939. Stuttgart 1989
  • Peter Steinbach/Johannes Tuchel: \"Ich habe den Krieg verhindern wollen\". Georg Elser und das Attentat vom 8. November 1939. Eine Dokumentation. Berlin (Gedenkstätte Deutscher Widerstand) 1997 (vergriffen)
  • www.georg-elser.de
  • Peter Steinbach/Johannes Tuchel: Georg Elser. Berlin: be.bra Wissenschaftsverlag 2008