Der 1900 geborene Sohn eines Maurers erlernt den Beruf eines Schlossers auf der Kieler Germania-Werft, wo er 1918 am Matrosenaufstand teilnimmt. Seit 1920 arbeitet er als Schauspieler zuerst in Kiel, dann in Frankfurt/Oder, seit 1926 in Berlin, u.a. bei Max Reinhardt und Bertolt Brecht. Bekannt und populär wird Busch als Sänger politischer Lieder vor allem auf kommunistischen Veranstaltungen. Am 9. März 1933 flieht Busch in die Niederlande, wo er bei Radio Hilversum arbeitet. Weitere Stationen des Exils führen ihn nach Belgien, Frankreich, in die Schweiz; 1935 nach Moskau, wo er für den Rundfunksender der Komintern tätig ist. Vom Januar 1937 bis zum August 1938 arbeitet er als Künstler für die Internationalen Brigaden in Spanien und bei Radio Madrid. 1938 beteiligt er sich an Konzerten, die in Belgien zur Unterstützung der Spanienkämpfer und jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland organisiert werden. Am 10. Mai 1938 wird Busch in Antwerpen festgenommen und nach Frankreich deportiert, wo er in den Lagern St. Cyprien und Gurs interniert ist. Beim Versuch, im Januar 1943 in die Schweiz zu fliehen, wird er von der Polizei der Vichy-Regierung verhaftet und an die Gestapo ausgeliefert. Nach Berlin verlegt, wird Busch bei einem Luftangriff auf das Untersuchungsgefängnis Moabit schwer verletzt, seine linke Gesichtshälfte ist seither gelähmt. Am 15. März 1944 wird Busch zu nur 3 Jahren Zuchthaus verurteilt, da das Beweismaterial durch den Luftangriff verloren gegangen ist. Bis zur Befreiung am 27. April 1945 ist er im Zuchthaus Brandenburg-Görden inhaftiert. 1951 wird Busch wegen seiner Kontakte zu Noël Field in der Kampagne gegen die „Westemigranten“ aus der SED ausgeschlossen. Bis zu seinem Tod 1980 gehört Ernst Busch zu den prominentesten Sängern und Schauspielern der DDR.