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Im Statut der "Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand" heißt es: "Aufgabe der Stiftung ist es, das Andenken der Frauen und Männer im Widerstand gegen den Nationalsozialismus wachzuhalten und die notwendige Auseinandersetzung der Deutschen mit diesem Teil ihrer Geschichte zu fördern. Dieser Aufgabe dienen Gedenkveranstaltungen, eine Dauerausstellung, Wechselausstellungen, Vortrags- und Bildungsveranstaltungen, Publikationen und Forschungsarbeit."
Gedenkveranstaltungen finden sowohl in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand als auch in Plötzensee statt. Herausragendes Datum ist dabei der 20. Juli als Tag des Umsturzversuches vom 20. Juli 1944 und damit als Tag der Erinnerung an den gesamten deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Die Dauerausstellung richtet sich an unterschiedlichste Besucher. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass heute allgemeinhistorische Grundkenntnisse sowie Kenntnisse über die Breite und Vielfalt der Widerstandsformen und Entwicklungen von Widerstandshaltungen, von Widerstandsmanifestationen und den Zielen des Widerstandes nicht mehr vorausgesetzt werden können, ist das wichtigste Ziel der Ausstellung die Dokumentation von Zielen, Motiven und Handlungen der Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer.
Der Vorbereitung des Ausstellungsbesuches dient eine Vielzahl von Materialien, die die Gedenkstätte Deutscher Widerstand zur Verfügung stellt, darunter eine Plakatausstellung, die besonders von Schulen und Jugendgruppen zur Vorbereitung genutzt wird. Hinzu kommen regelmäßige öffentliche Film- und Vortragsveranstaltungen, die unterschiedliche Dimensionen des Widerstandes ansprechen, aber auch versuchen, neue biographische Arbeiten einem breiteren Kreis bekannt zu machen.
Insgesamt nutzen jährlich über 80.000 Besucherinnen und Besucher die Angebote der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.
Seit 1992 stehen der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in neuen Räumen Möglichkeiten für vielbeachtete Wechsel- und Sonderausstellungen zur Verfügung. Besondere Aufmerksamkeit erregte 1992 die Ausstellung "Die Rote Kapelle - Ein Portrait der Widerstandsgruppe in Fotografien und Selbstzeugnissen". Auch die Ausstellung "Das Reichskriegsgericht und der Widerstand gegen die nationalsozialistische Herrschaft", die seit 1992 als Wanderausstellung bei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand ausgeliehen werden kann, widmete sich einem bisher unbeachteten Einzelaspekt der nationalsozialistischen Verfolgung. In die Dauerausstellung integriert wurde mittlerweile die 1994 durchgeführte Sonderausstellung über "Terror und Verfolgung nach dem 20. Juli 1944". Hier werden nicht nur die Prozesse vor dem Volksgerichtshof und das Schicksal der Widerstandskämpfer nach dem 20. Juli 1944 gezeigt, sondern auch die Auswirkungen, die der nationalsozialistische Terror gegenüber den Familien in "Sippenhaft" und Kinderverschleppung äußerte.
1997 zeigte die Gedenkstätte die Dokumentation "Ich habe den Krieg verhindern wollen - Georg Elser und das Attentat vom 8. November 1939". Diese Dokumentation wurde gemeinsam mit dem Georg-Elser-Arbeitskreis Heidenheim erarbeitet und führte dazu, dass im Februar 1998 in Königsbronn, dem Geburtsort Georg Elsers, eine Gedenkstätte eröffnet wurde, die die Berliner Dokumentation übernahm. Für uns ist dieses Beispiel bedeutsam, weil die Königsbronner Ausstellung sich aus einem Bürgerinteresse entwickelte und zu einer Bürgerinitiative führte, die ihr Ziel gemeinsam mit der Gedenkstätte verfolgte. Zur Finanzierung des Projektes trugen nicht nur die Gemeinde Königsbronn, sondern auch die Kulturstiftung der Deutschen Bank und die Gewerkschaft Holz und Kunststoffe, sondern auch eine Vielzahl regionaler Sponsoren bei. Erst diese Kombination ermöglichte es, knapp 60 Jahre nach dem Anschlag eine würdige Gedenkstätte in Königsbronn zu errichten.
1994 wurde gemeinsam mit dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt und dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung eine englischsprachige Wanderausstellung über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus erarbeitet, die mit großem Erfolg in den Vereinigten Staaten gezeigt wurde. 1995 wurde gemeinsam mit diesen Kooperationspartnern und dem Pariser Mémorial du Maréchal Leclerc de Hauteclocque et de la Libération de Paris/Musée Jean Moulin (Ville de Paris) eine französischsprachige Wanderausstellung erarbeitet, die zuerst in Paris und danach in verschiedenen französischen Städten mit sehr positiver Resonanz präsentiert wurde. Seit November 2003 wird in Frankreich die gemeinsam von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und dem Pariser Mémorial du Maréchal Leclerc de Hauteclocque et de la Libération de Paris/Musée Jean Moulin (Ville de Paris) erarbeitete französischsprachige Wanderausstellung "Conjurations et attentats contre Hitler" gezeigt.
Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand veröffentlicht eine Vielzahl von Materialien. Dazu gehören neben den Begleitmaterialien zur Ausstellung "Widerstand gegen den Nationalsozialismus", die vor allem Raumblätter und Faksimiles zu Einzelthemen enthalten, die "Beiträge zum Widerstand 1933 - 1945", in denen Vorträge oder Aufsätze von Zeitzeugen und Wissenschaftlern zu verschiedenen Aspekten des Widerstandes dargestellt werden. Die Reihe "Widerstand in Berlin 1933 - 1945", herausgegeben von Hans-Rainer Sandvoß, präsentiert die Ergebnisse eines langfristigen Forschungsprojektes über den Widerstand in den einzelnen Bezirken Berlins. Die "Schriften der Gedenkstätte Deutscher Widerstand", herausgegeben von Peter Steinbach und Johannes Tuchel, präsentieren seit 1993 neue Forschungsergebnisse und Quelleneditionen. Die ersten Bände der Reihe beschäftigen sich mit der Roten Kapelle im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, mit dem Widerstand und der Verfolgung von Frauen im Nationalsozialismus, mit unterschiedlichen sozialen "Milieus" und Regionen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, aber auch mit den Aufzeichnungen Kurt Loewenheims über die Gruppe Neu Beginnen sowie mit einer zeitgenössischen Darstellung des Wirkens von Adam von Trott zu Solz. Die Reihe dokumentiert mit Biographien und Zeugnissen aus der Widerstandsorganisation um Saefkow, Jacob und Bästlein die Widerstandsaktivitäten von illegaler KPD und Bewegung "Freies Deutschland" in Berlin und Brandenburg 1942-1945 sowie in ihrem jüngsten Band "Jahrhundertschicksale" Lebenswege deutscher Frauen im sowjetischen Exil.
Als neues Medium der Öffentlichkeitsarbeit nutzt die Gedenkstätte seit 1996 das Internet. Die Präsentation der Dauerausstellung ist noch nicht abgeschlossen; dennoch kann von der Einbeziehung neuer "virtueller Besucher/innen" ausgegangen werden. Regional gliedern sich die Zugriffe auf die Website der Gedenkstätte in etwa 40 Prozent Deutschland, 40 Prozent USA und 20 Prozent übriges Ausland. Die Eintragungen im virtuellen "Gästebuch" sowie die zahlreichen Rückmeldungen lassen auf eine äußerst positive Resonanz schließen.
Seit dem 1. Januar 1993 haben die Freie Universität Berlin, Fachbereich Politische Wissenschaft, Institut für Grundlagen der Politik, und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand mit der finanziellen Unterstützung der Volkswagen-Stiftung die Forschungsstelle Widerstandsgeschichte errichtet. Die Forschungsstelle Widerstandsgeschichte, die zunächst von der Volkswagen-Stiftung mit ca. 1,3 Millionen DM bis 2000 gefördert wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, bisher unbekannte Felder des Widerstandes zu untersuchen, neuen Fragestellungen nachzugehen und bisher nicht erschlossene Quellenbestände zu verarbeiten. Erste Ergebnisse der Forschungsstelle wurden 1994 mit dem "Lexikon des Widerstandes 1933 - 1945", dem Sammelband "Widerstand gegen den Nationalsozialismus" und dem historischen "Lesebuch Widerstand in Deutschland 1933 bis 1945" veröffentlicht. Diese drei Bände sind 1997/1998 bereits in der zweiten Auflage erschienen. Sie konnten sämtlichst ohne Mittel der Gedenkstätte finanziert werden. Vom Beirat der Forschungsstelle, dem Vertreter aus Wissenschaft und Politik angehören und der von Prof. Dr. Klaus-Jürgen Müller von der Universität Hamburg geleitet wird, wurde die Forschungsstelle 1996 positiv evaluiert. 1996 erfolgte die Zusage der Freien Universität Berlin zur Institutionalisierung der Forschungsstelle, deren Finanzierung ausschließlich aus Drittmitteln erfolgt. Dies ermöglicht die Erarbeitung neuer Themenbereiche, für die die stagnierende und eher geringer werdende öffentliche Finanzierung der Gedenkstätte allein nicht ausreicht.
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