Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand arbeitet sowohl im Rahmen des Arbeitskreises Berlin-Brandenburger Gedenkstätten als auch projektorientiert mit den Berliner und Brandenburgischen Gedenkstätten zusammen. Dies zeigt sich sowohl in gemeinsamen Ausstellungen und Publikationen, etwa über die Sicherheitspolizeischule in Drögen oder über die Inspektion der Konzentrationslager in Oranienburg, in gemeinsamen Vortragsreihen oder Einzelveranstaltungen. Ständige Kooperationspartner der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Forschungsstelle Widerstandsgeschichte sind u.a. das Militärgeschichtliche Forschungsamt, Potsdam und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.
Die Aktivitäten der Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Rahmen nationaler und internationaler Kooperationsprojekte haben sich darüber hinaus weit über den Berliner Raum ausgeweitet. Dies gilt etwa für die englisch- und französischsprachigen, im Ausland gezeigten Ausstellungen über den deutschen Widerstand, die oft von wissenschaftlichen Begleitveranstaltungen umrahmt werden. Dies zeigt sich aber auch in einer Vielzahl von Kontakten zu in- und ausländischen Institutionen und Organisationen, die Interesse am Widerstand gegen den Nationalsozialismus haben, und führte etwa zu einer umfangreichen Unterstützung für die Dauerausstellung im wieder aufgebauten Schloss Kreisau, zur Wanderausstellung über die "Kinder von Lidice" oder zur Errichtung der Georg-Elser-Gedenkstätte in Königsbronn.
Internationale Kooperationspartner
Hervorzuheben unter den internationalen Kooperationspartnern sind das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes in Wien und das Mémorial du Maréchal Leclerc de Hauteclocque et de la Libération de Paris/Musée Jean Moulin in Paris.
Mémorial du Maréchal Leclerc de Hauteclocque et de la Libération de Paris/Musée Jean Moulin, Mairie de Paris
Seit der Unterzeichnung des Kulturabkommens Berlin - Paris im Jahre 1994 stehen die Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin, und das Mémorial du Maréchal Leclerc de Hauteclocque et de la Libération de Paris/Musée Jean Moulin, Mairie de Paris, vertreten durch die Direktorin Dr. Christine Levisse-Touzé, in engem Austausch. Als erstes Zeichen dieser aktiven und außerordentlich guten Kooperation wurde gemeinsam die Ausstellung "Des Allemands contre le nazisme" erarbeitet. Diese Ausstellung konnte mit Unterstützung des Bundespresseamtes Bonn und des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes Potsdam im November 1995 im Mémorial Leclerc/Musée Jean Moulin, Paris, eröffnet und im Anschluss daran in zahlreichen Städten Frankreichs gezeigt werden.
Begleitend zur Ausstellung organisierten das Mémorial du Maréchal Leclerc de Hauteclocque et de la Libération de Paris/Musée Jean Moulin, Ville de Paris, und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Zusammenarbeit mit weiteren deutschen und französischen Kooperationspartnern im März 1996 eine wissenschaftliche Tagung im Goethe Institut, Paris. Die Ergebnisse dieses Kolloquiums sind 1997 in dem Tagungsband "Des Allemands contre le nazisme. Oppositions et résistances, 1933-1945", hrsg. von Christine Levisse-Touzé und Stefan Martens, im Verlag Albin Michel erschienen.
Im Oktober 2001 führte die gemeinsam von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und dem Mémorial Leclerc/Musée Jean Moulin veranstaltete Tagung "Frauen im Widerstand in Frankreich" Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Zeitzeuginnen beider Länder in Berlin zusammen, um so ein Thema in Erinnerung zu rufen, das ein wesentliches Desiderat der Widerstandsforschung darstellt. Der französischsprachige Tagungsband "Les femmes dans la Résistance en France" konnte mit Unterstützung des Ministère de la Défense, Secrétariat général pour l’administration, Direction de la mémoire, du patrimoine et des archives (DMPA) im Januar 2003 in der Edition Tallandier (Paris) erscheinen.
Am 17. November 2003 wurde von der Stellv. Bürgermeisterin von Paris Mme Odette Christienne, Adjointe au maire de Paris, Chargée de la Mémoire, du Monde Combattant et des Archives, unter Anwesenenheit der Stellv. Bürgermeisterin von Paris Mme Mazetier, Adjointe au maire de Paris, Chargée du Patrimoine, sowie von Mme Solange Apik und Mme Rose-Marie Antoine als Vertreterinnen des Ministère de la Défense, Direction de la mémoire, du patrimoine et des archives (DMPA) und zahlreicher weiterer Vertreter/innen der Pariser Museen und Archive sowie verschiedener Verfolgten- und Widerstandsorganisationen die gemeinsam von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und dem Mémorial du Maréchal Leclerc de Hauteclocque et de la Libération de Paris/Musée Jean Moulin (Mairie de Paris) erarbeitete französischsprachige Wanderausstellung zum Thema „Conjurations et attentats contre Hitler“ eröffnet. Der gemeinsam verfasste französischsprachige Ausstellungskatalog „Conjurations et attentats contre Hitler“ erschien im November 2003 in der Edition Phileas Fogg, Paris.
Zudem unterstützt Frau Dr. Christine Levisse-Touzé die Arbeit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand als Mitglied des Internationalen Beirates. Die Berufung des wissenschaftlichen Leiters der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Prof. Dr. Peter Steinbach, in den wissenschaftlichen Beirat des Mémorial du Maréchal Leclerc de Hauteclocque et de la Libération de Paris/Musée Jean Moulin, Mairie de Paris, vertieft die enge Zusammenarbeit zusätzlich.
Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und das Mémorial du Maréchal Leclerc de Hauteclocque et de la Libération de Paris/Musée Jean Moulin (Mairie de Paris) wollen durch weitere gemeinsame Projekte im Rahmen des Kulturabkommens Berlin – Paris und der Städtepartnerschaft Paris – Berlin die äußerst fruchtbare Kooperation beider Institutionen auch in der Zukunft weiter verfolgen.
Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, Wien
Gemeinsam mit dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, Wien führte die Gedenkstätte Deutscher Widerstand/ Forschungsstelle Widerstandsgeschichte an der FU Berlin das Forschungsprojekt "Fallschirmagenten der UdSSR im Zweiten Weltkrieg" durch.
Im Zusammenhang mit diesem Forschungsprojekt vertiefte die gemeinsam von beiden Kooperationspartnern vorbereitete Internationale Tagung "Zwischen NKWD und RSHA - Nachrichtendienste und Widerstand im Zweiten Weltkrieg" im November 2001 einzelne Aspekte dieses Themas.
Der Tagungsband "Krieg im Äther. Widerstand und Spionage im Zweiten Weltkrieg" erschien 2004 im Picus Verlag Wien.
Weitere gemeinsame Projekte der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und des Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes sind geplant.