Wie in keiner anderen Stadt konzentrierten sich in Berlin die Schaltstellen von Staat, Partei und Wehrmacht, als Mittelpunkt eines künftigen "großgermanischen" Reiches sollte von hier einst die halbe Welt regiert werden. Aller Propaganda und allem staatlichem Terror zum Trotz gab es auch die andere Seite der Reichshauptstadt: Arbeiter bei Siemens zeigten mit Flugblättern, dass sie sich nicht "gleichschalten" ließen, in der Hedwigskathedrale betete Dompropst Lichtenberg öffentlich für Juden, in der Kulturfilmzentrale sammelte Libertas Schulze-Boysen heimlich Bildmaterial über NS-Gewaltverbrechen. Das Seminar stellt Personen und Orte des Berliner Widerstandes mit Dokumenten und Fotos vor. Zur Vor- und Nachbereitung sowie zur lokalen Spurensuche eignen sich besonders die Bände zum Widerstand in den einzelnen Bezirken, die von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand herausgegeben und dort kostenlos abgegeben werden. Das Seminar kann nach Absprache auch Ausgangspunkt für einen Stadtrundgang unter sachkundiger Begleitung sein, der zu Orten von Widerstand und Verfolgung führt.