Nach 1939 weiten Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen ihre Verbindungen zu Frauen und Männern in verschiedenen Berufen und Funktionen aus. Dadurch verschaffen sie sich nicht allein Informationen über viele Lebensbereiche, sondern sprechen auch immer neue Gesinnungsfreunde unterschiedlichster sozialer Herkunft und politischer Einstellungen an. Harnack und Schulze-Boysen halten auch Kontakte zu amerikanischen und sowjetischen Botschaftsvertretern in Berlin. Sie informieren diese über die Angriffsvorbereitungen der Wehrmacht, als ihnen bewusst wird, dass Hitler einen Krieg um die Vorherrschaft in Europa vorbereitet. Berija und Stalin ignorieren und missachten jedoch die Warnungen aus Berlin. Zwei Funkgeräte, die die sowjetische Botschaft Harnack und Schulze-Boysen im Sommer 1941 zur Aufrechterhaltung des Kontakts zur Verfügung stellt, kommen wegen technischer Pannen nicht zum Einsatz. Lediglich ein Probefunkspruch mit dem Text . Tausend Grüße allen Freunden. wird von Berlin nach Moskau gefunkt. Als Harnack und Schulze-Boysen im Winter 1941/42 die Erfolglosigkeit der Funkversuche erkennen müssen, beginnen sie damit, über die nationalsozialistischen Gewaltverbrechen zu informieren, vor den Folgen eines verlorenen Krieges für die Eigenstaatlichkeit Deutschlands zu warnen, und rufen zu passivem und aktivem Widerstand auf.
|