Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Widerstehen aus christlichem Glauben bis 1939
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Widerstehen aus katholischem Glauben

Einführung

Katholische Christen im NS-Staat

    Viele Katholiken stehen den neuen Machthabern distanziert gegenüber. Sie wollen sich dem totalitären Herrschaftsanspruch, den der Nationalsozialismus auch auf die geistige und religiöse Existenz erhebt, nicht beugen. Andere erliegen jedoch der Faszination von Hitlers frühen außenpolitischen Erfolgen und den ersten kirchenfreundlichen Reden. Sie kommen seinem Ruf zur nationalen Sammlung bereitwillig nach.

Das Reichskonkordat vom Juli 1933

    Mit dem Konkordat zwischen dem Deutschen Reich und dem Vatikan gelingt es Hitler, die meisten katholischen Bischöfe für seine Politik einzunehmen. Sie sehen in den Konkordatsbestimmungen eine Garantie für die Unantastbarkeit der Kirche und die Freiheit ihres katholischen Bekenntnisses. Als die Nationalsozialisten das Konkordat jedoch zielbewußt verletzen, fühlen sich einzelne Bischöfe und Geistliche zur Verteidigung ihrer Kirche aufgerufen. Gemeinsam mit standhaften Gemeindemitgliedern setzen sie sich gegen die Gleichschaltung der katholischen Verbände, die Zensur der kirchlichen Presse, die Behinderung der katholischen Erziehung in den Schulen und gegen die Überwachung von Geistlichen zur Wehr.

Widerstandskraft

    Seit 1935/36 verstärkt die NS-Führung ihren Weltanschauungskampf gegen den Katholizismus. Glaubenstreue Priester werden unter dem Vorwand von Devisenvergehen oder wegen angeblicher sittlicher Verfehlungen vor Gericht gestellt und verurteilt. Einzelne Gemeinden halten dem Druck stand. Mit regelmäßigen Feiern der Messe und der Teilnahme an Wallfahrten setzen sie Zeichen der Treue zu ihrer Kirche. Eine starke Widerstandskraft gegen die nationalsozialistische Indoktrination erwächst ihnen vor allem aus der katholischen Morallehre und den Grundsätzen des Naturrechts.

Protest gegen Unrecht

    Als Hitler beginnt, seine rassenpolitischen Ziele zu verwirklichen, fühlen sich auch hohe katholische Würdenträger zum Widerstand aufgerufen. Abtreibung, Sterilisation und schließlich die planmäßige Ermordung von Geisteskranken lassen vor allem Erzbischof Michael von Faulhaber, Bischof Konrad Graf von Preysing und Bischof Clemens Graf von Galen zu den Wortführern des entschiedenen kirchlichen Protestes werden. Auch der Papst sucht in Sendschreiben die Grundlagen des katholischen Glaubens zu verteidigen.

"Mit brennender Sorge"

    Aus der Enzyklika des Papstes vom 14. März 1937: "Habt acht, daß vor allem der Gottesglaube in deutschen Landen rein und unverfälscht erhalten bleibt. Nur oberflächliche Geister können der Irrlehre verfallen, von einem nationalen Gott, von einer nationalen Religion zu sprechen. Im verhängnisvollen Zug der Zeit liegt es, wie die Sittenlehre, so auch die Grundlegung des Rechtslebens und der Rechtspflege vom wahren Gottesglauben mehr und mehr abzulösen."


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