Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Thema - Die zerstörte Republik
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Chancen, Möglichkeiten und Grenzen der Weimarer Republik II

Aussöhnung

Während der Weltwirtschaftskonferenz von Genua schließen der deutsche Reichskanzler Joseph Wirth (Zentrum) und Außenminister Walther Rathenau (DDP) am 16. April 1922 den Vertrag von Rapallo mit der Sowjetunion. Damit verzichten sie gegenseitig auf Wiedergutmachungsansprüche aus dem Ersten Weltkrieg und der Revolution und nehmen diplomatische Beziehungen auf. Die "Germania" steht der katholischen Zentrumspartei nahe. Sie kommentiert die ersten Versuche der deutsch-sowjetischen Normalisierung vorsichtig und zurückhaltend.
"Germania" vom 18. April 1922
Putschversuch
Am Abend des 8. November 1923 versucht der "Führer" der NSDAP Adolf Hitler in München gemeinsam mit monarchistischen Kreisen durch einen Putsch die gewählte bayerische Regierung zu stürzen. Hitler erklärt überdies die Reichsregierung in Berlin für abgesetzt. Bereits am nächsten Morgen wird dieser nationalsozialistische Putschversuch durch reguläre Truppen der Reichswehr niedergeschlagen. Die liberale "Vossische Zeitung" unterstützt in ihrem Kommentar am 9. November 1923 uneingeschränkt die demokratischen Regierungen im Reich und in Bayern.
"Vossische Zeitung" vom 9. November 1923
Staatsstreich
Am 20. Juli 1932 entmachtet Reichskanzler Franz von Papen (Zentrum) mit der Unterstützung des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg die preußische Regierung durch eine staatsstreichartige Aktion, den "Preußenschlag". Obwohl die Gewerkschaften und viele sozialdemokratische Parteimitglieder zum Generalstreik bereit sind, kommt von der Führung der demokratischen Arbeiterbewegung kein Zeichen zum Handeln. Auch der sozialdemokratische "Abend" ruft am 20. Juli 1932 nicht zum Widerstand gegen die Entmachtung der preußischen Regierung, einer der letzten Stützen der Demokratie, auf.
"Der Abend" vom 20. Juli 1932
Soziale Spannungen
Das Zentralorgan der Kommunistischen Partei, die "Rote Fahne", weist immer wieder auf die große wirtschaftliche Not hin, die vor allem mit der ständig steigenden Zahl der Erwerbslosen wächst. Kurz vor Weihnachten 1932 gibt es rund sechs Millionen Arbeitslose, die sowohl von der kommunistischen als auch von der nationalsozialistischen Propaganda angesprochen werden sollen.
"Die Rote Fahne" vom 17. Dezember 1932

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